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Reisanbau

Reis ist seit jeher die Basis der thailändischen Wirtschaft, und der Reisanbau ist immer noch die Hauptbeschäftigung der Mehrheit aller ländlichen Bauern in Thailand. Die fruchtbarsten Felder liegen in der Zentralebene und dehnen sich bis zum Horizont an beiden Seiten des Chao Phraya Flusses aus. Jede Region ist abhängig von dem traditionellen Getreide. Die Besucher haben überall Gelegenheit, den Reisbauern bei der Arbeit zuzuschauen.

Obwohl in vielen Gegenden des Landes zweimal, manchmal auch dreimal im Jahr geerntet werden kann, beginnt die Reisanbauzeit im Mai mit der königlichen Zeremonie des Pflügens, einem uralten brahmanischen Ritual, das auf dem Sanam Luang gegenüber dem Großen Palast in Bangkok abgehalten wird. Bei diesem farbenfrohen Ritual wird symbolisch gepflügt und einige Reiskörner werden ausgestreut, woraus sich dann eine Vorhersage über die kommenden Regenfälle und Ernten ergibt.

Bald darauf beginnt die harte Zeit des Pflügens, die mit Hilfe der Wasserbüffel geleistet wird, welche von fast jeder ländlichen Familie gehalten werden. In den meisten Dörfern werden die Felder von allen Dorfbewohnern gemeinsam bestellt. Diese Arbeit ist normalerweise bei Beginn der Regenzeit Ende Mai beendet. Die Felder werden durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem überflutet und die Setzlinge von Hand gepflanzt. Auch bei dieser Arbeit helfen alle mit. Kurz darauf beginnen die Regenfälle und die nächsten drei Monate haben die Reisbauern relativ wenig zu tun. Sie müssen allerdings immer darauf achten, daß die Felder einen bestimmten Wasserpegel aufweisen, und sie müssen die Felder vor Vogelfraß und Schädlingen schützen. Während dieser Zeit gehen viele junge Männer in die Klöster, um einen traditionellen Schritt in Richtung Erwachsenwerden zu tun.

Ende November bzw. Anfang Dezember sind die Felder des Nordens und der Zentralebene reif zum ernten. Wieder strömen alle Dorfbewohner auf die Felder, wo vom frühen Morgen bis zum Einbruch der Dunkelheit der Reis mit Sicheln geschnitten wird. Nur eine kurze Mittagspause unterbricht die Arbeit. Der geschnittene Reis wird auf den Feldern ausgebreitet und einige Tage zum Trocknen liegengelassen. Dann wird der Reis gebündelt und nach Hause gebracht, wo er gedroschen und durch Hochwerfen die Spreu vom Korn getrennt wird. Diese Arbeit ist bis Januar geschafft, im Süden dauert es etwas länger, da es hier zwei Regenzeiten gibt.

Dieser Zyklus hat schon seit jeher das Leben der Menschen hier bestimmt, und so ist es auch heute noch. Der Besucher sollte es nicht versäumen, einen Blick auf das echte Landleben zu erhaschen, indem er diesen zeitlosen Prozess miterlebt.

 

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